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Höhenrettungsdienst
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Der Höhenrettungsdienst im Einsatz

Ein paar Worte zur Entstehung des Höhenrettungsdienstes: Die Wurzeln des Ganzen lagen in der ehemaligen DDR. Nachdem, gerade in Berlin, immer mehr Wohnhäuser mit elf oder mehr Etagen gebaut wurden, und herkömmliche Mittel zur Menschenrettung nicht mehr ausreichten, machte man sich Gedanken über andere Möglichkeiten. Ein nicht zu vernachlässigender Grund war auch, so merkwürdig das klingen mag, der damalige Start des US-Kinofilms "Flammendes Inferno". Hier wurde den Verantwortlichen drastisch vorgeführt, was passiert, wenn keine anderen Mittel als die Drehleiter oder herkömmliche Leitern zur Verfügung stehen. Also machte man sich Gedanken und kam nach vielerlei Gesprächen mit der damaligen Führung und den Kollegen der Feuerwachen zu dem Ergebnis, das ein Höhenrettungsdienst gegründet werden müsste. Alle Ab- und Aufseilmethoden des damaligen SRD (Spezial-Rettungs-Dienst; ursprünglicher Name) werden auch heute noch verwendet und bilden das Rückgrat der Ausbildung. Ausbildungsstätte war für die Höhenretter der Berliner Feuerwehr, die Feuerwehrschule Heyrothsberge. Auch heute werden dort noch die Ausbilder, für den HRD geschult. In den Wirren der Wiedervereinigung kam der bestehende Spezialrettungsdienst zunächst zum Erliegen. Zwischenzeitlich entstanden aber in den alten Bundesländern zunehmend neue Höhenrettungsdienste (Stuttgart, Frankfurt etc.) nach dem Vorbild des SRD. Auf Initiative einzelner Mitarbeiter wurde 1998 der SRD in Berlin unter der neuen Bezeichnung Höhenrettungsdienst (HRD) auf der Feuerwache Marzahn neu gegründet.

 

Der Höhenrettungsdienst im Einsatz

Pro Wachabteilung sind heute 15 ausgebildete Höhenretter +2 Ausbilder verfügbar. Die Ausbildung erfolgt nach bewährten Mustern und umfasst Methoden zur erfolgreichen Menschenrettung, Technischen Hilfeleistung und Brandbekämpfung in großen Höhen und Tiefen. Die Aus- und Weiterbildung für Einsätze in absturzgefährdeten Bereichen und für die spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen hat das Ziel, Feuerwehrangehörige zur sicheren und unfallfreien Anwendung der Geräte und Ausrüstungen sowie des Auf- und Abseilverfahrens im Einsatz zu befähigen. Mangelnde Präzision in der Ausführung einzelner Handlungen sowie Fehlhandlungen gefährden nicht nur das Leben und die Gesundheit der Feuerwehrangehörigen und der zu rettenden Personen, sondern auch die Erfüllung von Einsatzaufgaben.

Unterschieden werden diese nach:

 

  • Ausbildung für Arbeiten im absturzgefährdeten Bereich
  • Ausbildung "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen (Grundlehrgang)"
  • Ausbildung zum Ausbilder "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen"
  • Weiterbildung

Ausbildung

Fachliche Voraussetzungen für diese Ausbildung zum Truppmann/Truppführer im Höhenrettungsdienst sind:

 

  • Grundausbildung der Feuerwehr bzw. Ausbildung für Arbeiten im Absturzgefährdeten Bereich
  • Eine Ausbildung zum Rettungssanitäter ist zweckmäßig

Der Umfang der Ausbildung richtet sich nach dem Ergebnis der Gefährdungsermittlung/Risikobewertung, sollte jedoch mindestens 80 Stunden betragen.

Schwerpunkte der Ausbildung sind

 

  • Rechtsgrundlagen (Feuerwehrdienstvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften)
  • Erste Hilfe
  • Anschlagpunkte (Befestigungspunkte), Höhengewöhnung
  • Sicherungstechniken
  • Knotenkunde, Seilkunde, Gerätekunde, Materialkontrolle
  • Ab- und Aufseiltechnik
  • Einsatztechniken/-möglichkeiten und Einsatzvarianten
  • Grundrettungsvarianten

Der Höhenrettungsdienst im Einsatz

Der Einsatz in einer Höhenrettungsgruppe kann erst erfolgen, wenn die zu erwerbenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten von dem Feuerwehrangehörigen in Form einer theoretischen und praktischen Prüfung nachgewiesen wurden.

Die Aus- und Fortbildung der Ausbildung "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" (Grundlehrgang) wird entweder als Standortausbildung in der jeweiligen Feuerwehr oder an einer Landesfeuerwehrschule durch Ausbilder "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" der Feuerwehr durchgeführt.

Fachliche Voraussetzungen für die Ausbildung zum Ausbilder "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" sind

 

  • abgeschlossener Grundlehrgang spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen oder Bergretter
  • abgeschlossene Gruppenführerausbildung
  • mindestens 1 Jahr Erfahrung (Praxis) als spezieller Retter

Der Umfang der Ausbildung sollte mindestens 80 Stunden betragen.

Schwerpunkte der Ausbildung sind

 

  • Rechtsgrundlagen, Nachweisführung, Sicherheitsregeln, Verantwortung
  • Ausbildungslehre (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung der Ausbildung)
  • Organisation der Aus- und Fortbildung
  • Leiten einer Gruppe im Einsatz
  • Training von Einsatz- und Ausbildungsvarianten
  • Ausarbeitung einer Einsatztaktik
  • Einsatzauswertungen

Der Höhenrettungsdienst im Einsatz

Der Einsatz als Ausbilder/Einsatzleiter in der Höhenrettungsgruppe erfolgt erst, wenn die zu erwerbenden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in Form einer theoretischen und praktischen Prüfung nachgewiesen wurden. Die Ausbildung der Ausbilder "Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen" wird an einer Landesfeuerwehrschule durchgeführt.

 

Die speziellen Verfahren des Ab- und Aufseilens lassen in Verbindung mit der vielfältigen Ausrüstung viele Möglichkeiten der Rettung von Personen aus Höhen und Tiefen zu. Die Einsatzlage entscheidet letztendlich darüber, welche der möglichen Varianten zum Einsatz gebracht wird.

 

 

 

 

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Einsätze

Typische Aktivitäten bei den bisherigen Einsätzen spezieller Rettungsgruppen der Feuerwehr sind:

 

  • Retten von Personen aus der Höhe (Hängesitz/Krankentrage)
  • Retten von Personen aus der Tiefe (Hängesitz/Krankentrage)
  • Retten von Personen aus einem Seil
  • Sicherung von Einsatzkräften
  • Technische Hilfeleistung - Seilunterstütztes Arbeiten

Im Rahmen des EU-Projektes "Leonardo da Vinci - Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen - Aus- und Weiterbildung von Feuerwehrleuten in Europa" wurden folgende Einsatzvarianten erstellt und für die vorliegende Rahmenempfehlung bearbeitet:

 

  • Passives Abseilen (Ablassen) im Einfachseil und Sicherungsseil
  • Aktives Abseilen im Doppel- oder Einfachseil
  • Retten aus der Tiefe mit Flaschenzug im Einfachseil
  • Gesichertes Aufsteigen oder Quersteigen
  • Retten einer Person im Seil aus der Höhe (Rettung im Hängesitz)
  • Seilbahn zwischen zwei Punkten (horizontal)

Es werden der dafür erforderliche Kräfte- und Mittelbedarf, deren Anwendung beschrieben sowie Hinweise zur Sicherheit gegeben. Zielstellung ist das einheitliche Vorgehen bei den Feuerwehren in Deutschland und gleichzeitig auf europäischer Ebene.

 

Weitere Informationen über die Einsatzmöglichkeiten >>>

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Ausrüstung

Die persönliche Schutzausrüstung einer Einsatzkarft des HRD der Berliner Feuerwehr umfasst:

 

1 Brust-Sitzgurtkombination oder Auffanggurt

1 Selbstsicherung mit Falldämpfung

1 Helm

1 HMS- Karabiner mit Doppelverschluss-System

1 Seilklemme als Durchlaufsicherung

1 Abseilachter (Rescue)

1 Paar Steigklemmen mit Griff (1 linke / 1 rechte)

1 Seilrolle mit ovalen Karabinern

1 Kappmesser

1 Express- Schlingen mit 2 Karabinern

1 Abseilgerät, dass für die Rettung geeignet ist (z.B. DSD 25; I´D; Radeberger Haken)

3 Bandschlingen endlos vernäht (2 Schlingen 60-80 cm / 1 Schlinge 120 cm)

5 Karabiner mit Verschluss-Sicherung

2 persönliche Prusikschlingen (Reepschnur, 6-8 mm)

 

Zusätzlich noch einen wetterfesten Overall und eine Helmlampe.

 

RTW-H

Für die Fahrt zur Einsatzstelle steht der Höhenrettungsgruppe ein spezielles Einsatzfahrzeug ("RTW-H") zur Verfügung. Das Fahrzeug ist im Springerverfahren besetzt, d.h., dass die jeweiligen Einsatzkräfte planmäßig das LHF besetzen und hier den "normalen" Einsatzdienst in Marzahn leisten. Bei einem "Alarm Höhenrettung" rücken die hier eingeteilten Einsatzkräfte dann mit dem RTW-Höhenrettungsdienst aus. Sind die Kräfte im Einsatz, kann ersatzweise auf den HRD des Technischen Hilfswerks zurückgegriffen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Erbsmehl/Wilke

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