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Traumatische Erinnerungen
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Traumatische Erinnerung

Normale Erinnerungen tauchen als narrative Erzählung auf und werden im Laufe des Lebens je nach Sichtweise und Kontext weiterentwickelt und verändern ihre Gestalt. Die Speicherung traumatischer Erinnerung erfolgt außerhalb des Normalbewusstseins im Auftreten von körperlichen Symptomen, Verhaltensreinszenierungen und sensorischem Wiedererleben. Die Erinnerung an ein Trauma ist nicht verbalisierbar. Man vermutet, dass die linguistische Codierung innerhalb des Gehirns außer Kraft gesetzt wird.

Traumatisches Erinnern bedeutet Wiedererleben, denn jede Erinnerung ist bei ihrem Auftreten so lebendig wie beim ersten Mal.

Treibende Faktoren für die Entwicklung des Krankheitsbildes ist nicht so sehr die direkte Traumaerfahrung, sondern die intrusiven (eindringend) belastenden Erinnerungen und die Bedeutungszuschreibung des Opfers.

Jedes traumatische Erleben erfordert eine Vielzahl von Abwehrmechanismen, die durch die Entwicklungsstufe des Opfers sowie dessen Temperament und den umgebenden Kontext bestimmt werden.

 

Die Erkrankung resultiert und geht mit der Unfähigkeit einher, "die Realität einer besonderen Erfahrung und das daraus resultierende wiederholte Wiedererleben des Trauma in vorhandenen Vorstellungen, Verhaltensweisen, Gefühle, physiologische Zustände und interpersonale Beziehungen zu integrieren."

(van der Kolk, 2000, 31)

Die traumatische Erinnerung hinterlässt eine Gedächtnisspur, die sich immer weiter einschleift.

"Bei traumatisierten Organismen zeigt sich, daß die Fähigkeit, relevante Erinnerungen abzurufen, verschwunden ist. Sie neigen dazu, Erinnerungsspuren des Trauma. auf Kosten anderer Erinnerungen abzurufen und sich bei jeder Erregung an das Trauma zu »erinnern«."

(van der Kolk, 2000, 211)